May-Britt Krüger (CDU/UFR-Fraktion) Grünfläche Trinkwasserschutzzone – Talststraße

Anfrage Daniel Peters (für die CDU/UFR-Fraktion): Groter Pohl
16. Dezember 2020
Bericht aus der Bürgerschaftssitzung vom 20. Januar 2021
22. Januar 2021

May-Britt Krüger (CDU/UFR-Fraktion)
Grünfläche Trinkwasserschutzzone - Talststraße



Auf dem Gelände des neuen Bahndamms der Bahnlinie Hbf Rostock nach Stralsund vor der Warnowquerung bis zur Bebauung „Am Lokschuppen“ gab es bekanntlich noch Altlasten der DB-Bahn-Betrieb bis ca. 1998. Danach wurden von der Querung Talstr. bis zur Ernst-Barlach-Brücke Gleise und Anlagen zurückgebaut und der Schotter südlich des Ringlokschuppens in Höhe der Wohnbebauung auf dem Gaswerksgelände, “trocken“ gewaschen. Der Schotter wurde abtransportiert, die Rückstände auf der Fläche verteilt. Danach wurde die kontaminierte Fläche abgedeckt (laut Aussage der Bauherren im Ortsbeirat Stadtmitte 2019).

Die Erwerber des Bahngeländes haben mit Erlangung des Baurechts die Abdeckung von der Brücke Ernst-Barlach bis zu „Am Lokschuppen“ auf die bestehende Abdeckung „Am Lokschuppen“ bis zur Talstraße aufgelegt. Der Kauf dieses Teilstückes wurde wieder an die DB rückabgewickelt. Die Frage ist, ob es dabei zu einer teilweisen Vermischung von belastetem Untergrund mit dem Abdeckwerk gekommen ist. Ergebnis damaliger Rückfragen beim Bauamt, Tiefbauamt und Umweltamt waren, dass sie entweder nicht zuständig sind oder alles rechtens und unbedenklich ist. Zu den Belastungen gibt es mehrere Gutachten, welche wohl auch im Umweltamt vorliegen.

Nachdem seit 2016 die WG Warnow neuer Eigentümer dieser Teilfläche ist, gibt es angestrengte Versuche, hier in der Trinkwasserschutzzone eine Bebauung durchzusetzen. Nun ist das Abdeckwerk angeblich kontaminiert und muss wegen Gefahr in Verzug abtransportiert werden. In diesem Zusammenhang wurde in den letzten beiden Oktoberwochen die Talstraße ertüchtigt, um den Abtransport zu ermöglichen. Hier ist die WG Warnow Initiator. Offiziell heißt es nur „Reparatur der Talstraße“.

Die oben genannte Fläche liegt im Außenbereich und ist zudem als Grünfläche im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Ohne Änderungen des Flächennutzungsplanes werden hier Tatsachen geschaffen.

Daraufhin bitte ich den Oberbürgermeister um die Beantwortung folgender Fragen:

  • 1. Wie belastet ist das Abdeckwerk und was passiert damit?
  • 2. Was passiert mit dem darunterliegendem belastetem alten Boden ab Geländeoberkante?
  • 3. Wie werden die Warnow und die Trinkwasserfassung aktuell und zukünftig geschützt?
  • 4. Warum sorgt der Wasserverband nicht seit Außerbetriebnahme des Bahnbetriebes für eine angemessene Ausweisung/Erweiterung besonders der Trinkwasserschutzzonen I und II?
  • 5. Da keine grundhafte Sanierung der Talstraße erfolgt ist, kann sie nur als „Baustraße“ dienen. Wie sieht die Kostenverteilung aus?
  • 6. Wofür wurde eine Gasleitung verlegt (besteht in Rostock Anschlusszwang für Fernwärme)?
  • 7. Was stimmt an der Aussage, „ein Blockheizkraftwerk“ in den Trinkwasserzonen I bis III zu bauen?
  • 8. In wieweit dürfen Abtransporte von Erdmassen in einer Trinkwasserschutzzone I bis III erfolgen?


  • gez. May-Britt Krüger

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    1Anfrage 2021/AM/2750 als PDF